Unser Weg auf den kältesten Berg der Alpen
Das Aletschhorn ist mit 4194m der zweithöchste Berg der Berner Alpen und durch seine mit Gletschern umringte Lage der kälteste Berg der Alpen. Bekannter ist allerdings der gleichnamige Aletschgletscher, der flächenmäßg größte und längste Gletscher der Alpen.
Es gibt zahlreiche Wege auf das Aletschhorn, wir wählten den Normalweg an der Südwest-Rippe.
Toureninfo
Tag 1:
Anspruch: mäßig
Strecke: 13,04km
Höhenmeter: 1684m
Zeit: 3h56min
Datum: 13.08.2022
Höchster Punkt: 2674m
Tag 2:
Anspruch: anspruchsvoll
Schwirigkeit: ZS II
Strecke: 11,68km
Höhenmeter: 1847m
Zeit: 12h02min
Datum: 14.08.2022
Höchster Punkt: 4194m
Tag 3:
Anspruch: mäßig
Strecke: 14,85km
Höhenmeter: 422m
Zeit: 3h33min
Datum: 15.08.2022
Höchster Punkt: 2674m
Tourenpartner:
Sebastian L.
Christian N.
Sabine N.
Höhenprofil
Tourenbeschreibung
Start in Blatten bei Natters über Aletschbord zur Oberaletschhütte.
Am nächsten Tag über den Oberaletschgletscher und die Südwestrippe auf das Aletschhorn und den gleichen Weg wieder nach unten.
Nach einer weiteren Übernachtung auf der Oberaletschhütte über den Klettersteig beim Gibidum-Speichersee zurück nach Blatten.
Disclaimer:
Sabastian und ich waren in diesem Sommer in Höchstform wodurch wir diese Touren fast spielerisch meisterten und über mehrere Tage solche Leistungen abrufen konnten. Allerdings sind Christian und Sabine aufgrund von ca 70 Touren im Jahr eigentlich auch weit über durchschnittlich was Außdauer und Bergsteigerisches Können betrifft.
Tourenbericht
Tag 1
Nach der Akklimatisierungstour auf den Piz Buin und einer Übernachtung in Oergoms fuhren wir nach Blatten bei Natters um die Tour aufs Aletschhorn zu Starten. Am Parkplatz Sebastian und ich das erste Mal auf Christian und Sabine. Wie bereits davor angekündigt nahmen die beiden die Seilbahn auf die Belalp um sich ein paar Höhenmeter beim Hüttenzustieg zu sparen. Da Sebastian und ich uns jedoch fit genug fühlten wählten wir den Aufstieg "by fair means" zu Fuß.
Durch das idyllische Bergdorf ging es im Wald hoch zum Aletschbord, einem Restaurant an einem Bergrücken wo wir wieder auf den selben Weg trafen, den Christian und Sabine für den Aufstieg wählten.
Von dort aus geht es ein gutes Stück immer wieder auf und ab, jedoch auf gleicher höhe bleibend richtung "Lochegga" wo es eine Schlucht hinunter zum Ausläuferbach des Oberaletschgletschers. Dort führte eine Brücke zu einem atemberaubenden, in den Stein gemeißelten Aufstiegsweg aus der Schlucht auf die Gletschermuräne.
Auf der anderen Seite angekommen ging es einen fast vertikalen gegenhang entlang Richtung Oberaletschhütte. Der weg war sehr beeindruckend, da es neben dem in den Berghang gehauenen Weg fast senkrecht nach unten ging. Öfter waren kleine Brücken und Hangstabilisierungen. Der Weg schien endlos lang zu sein und er umfasste auch fast die Hälfte der Höhenmeter zur Hütte. Eigentlich waren wir so motiviert, dass wir Christian und Sabine auf dem Weg zur Hütte einhohlen wollten, allerdings war der Vorsprung durch die Seilbahn zu hoch.
Als wir allerdings bei der Hütte ankamen und auf Christian und Sabine trafen, meinten sie, dass sie erst seit ca 10min auf der Hütte waren, der Abstand war also gar nicht mehr so groß.
Die Hütte
Die Oberaletschhütte wurde im Jahre 1890 am Rand des Gletschers errichtet. Nun ist der Gletscher bereits ca 200m tiefer, so dass man einen versicherten Steig aus Podesten und Leitern nach unten klettern muss.
Die Hütte verfügt über eine Wasserversorgung, allerdings ist dies wie in allen Schweizer Hütten "kein Drinkwasser".
Es gibt auch nur eine Art Plumpsklo, neben der Hütte. Vor der Hütte steht eine Badewanne gefüllt mit eiskaltem Gletscherwasser, die anscheinend als Insta-Hotspot gilt. Auf der Hütte übernachteten Läute, die wegen eines Fotos in der Badewanne zur Hütte gewandert sind.
Tag 2
Nach einer Nacht im sehr beengten Lager starteten wir nach dem Frühstück als eine der ersten Seilschaften um 2:22 Uhr. Beim Frühstück begegneten wir einer Seilschaft, die anscheinend erst von der Tour am Vortag zurück gekommen sind. Das schien uns als irrwitzig lange Zeit für die Tour, allerdings wussten wir, dass wir die bekannten gefahren Wegfindung ernst nehmen müssen.
Bei Totaler Finsterniss ging es im Licht der Stirnlampen hinunter zum Gletscher. Ich leuchtete ein paar mal hinunter, allerdings konnte man den Boden nicht erkennen. Da wir alle trittsicher waren, kletterten wir den "Klettersteig" den ich mit der Schwirigkeit B/C bewerten würde ohne Sicherung.
Unten am Gletscher, der als "Toteisgletscher" bereits komplett mit steinen bedeckt war folgten wir den Steinmandln entlang immer weiter das Tal einwärts. Endlos lang ging es auf einem fast horizontalem Geröll dahin, wodurch man fast in Trance dahin wanderte.
Als wir offensichtlich an der Rippe angekommen waren, an der es hochging übernahmen Sebastian und ich die Führung um den schnellsten Weg nach oben zu finden. Es war gar nicht so leicht den weg zu finden, da die Steinmandl ziemlich weit außeinander waren und man ständig schauen musste, ob man noch auf dem Weg war. durch die eher großen Steine, auf der Rippe, konnte man auch sehr wenig ausgetretene Stellen finden.
Einmal dachte eine andere Seilschafft, dass sie schneller ist als wir, und überhohlte uns. Nach etwa 10 Minuten ließen sie sich jedoch wieder zurückfallen, da sie nur so schnell waren, da sie dank uns wussten wo der Weg ist.
Oben auf dem Pfeiler angekommen ging langsam die Sonne auf. Von dort aus führte der weg über Blockgelände das schließlich zum oberen Gletscherteil.
Dort legen wir unsere Gletscherausrüstung an und gingen in Seilschaft weiter.
Der Gletscher war noch teilweise mit Schnee bedeckt, wodurch wir sehr darauf achteten, wo die Spalten sein könnten um die Bereiche zu meiden. Oben am Gletscher klaffte dann schließlich der unwegsame Bergschrund auf den wir in IIer Gelände überklettern mussten.
Von dort aus war nur mehr Fels zu erwarten wodurch wir unsere Gletscherausrüstung an einem Depot zurückließen. Nach ein wenig Blockgelände kamen wir zu einem ziemlich steilen Aufschwung der mit Schutt gefüllt war. Obwohl auf der rechten Seite trittspuren zu sehen waren, wählten wir einen direkteren weg die Flanke hinauf. Dies stellte sich jedoch als Fehler heraus, da wir in sehr brüchiges steiles Gelände kamen und zum richtigen Weg zurück traversieren mussten. Christian meinte zu uns, da Sebastian und ich den Weg gewählt hatten: " Wenn der Berg zu leicht wird muss man eine Variante einbauen" worüber wir uns sehr amüsierten.
Nach dem eher glimpflich ausgegangenen Irrweg folgte der sehr steile finale Aufstieg auf den Gipfel.
Dieser Teil ist nich zu unterschätzen, da meist in sehr ausgesetzten Absturzgelände im zweiten Schwirigkeitsgrad geklettert wird und viel loses Gestein am Weg liegt. Trotz der Ausgesetztheit, gingen wir jedoch alles frei ohne Seilsicherung, da wir uns trotzdem sicher fühlten. Sebastian und ich wollten dynamischer klettern, und gingen ein wenig schneller als Christian und Sabine, wodurch wir die ersten beiden des Tages am Gipfel des Aletschhorn waren.
Die beeindruckenden Riesen der Schweiz waren vom Gipfel aus zu sehen. Von den Berner Alpen mit Eiger, Mönch, Jungfrau und Finsteraarhorn bis zu Dom, Weißhorn und dem Monte Rossa Masiv war alles zu sehen.
Nachdem auch Christian und Sabine am Gipfel angekommen waren und der Erfolg kurz gefeiert wurde ging es schließlich wieder zügig hinunter zum Anseilplatz, wo wir wieder auf die beiden warteten. Bergab waren die Kletterstellen nicht weniger anspruchsvoll.
Über den Gletscher und das Blockgelände ging es zurück zum Aufschwung der Rippe. Dort fragen wir uns manchmal, wie wir den Weg im Finstern nach oben gefunden haben, da der Weg wirklich spärlich markiert war und die Wegfindung sich sogar am Tag als eher schwirig erwieß.
Noch immer Motiviert und voller Elan liefen wir fast über den Toteisgletscher zurück zum Hüttenaufstieg, bei dem wir das Tempo noch einmal erhöhten, da wir dachten die Tour geht sich unter 12 Stunden aus.
Schließlich kamen wir nach 12 Stunden und 2 Minuten bei der Hütte an wo wir uns gleich einmal ein köstliches Rivela gönnten.
Tag 3
Durch unsere dynamische Gehweise und dadurch, dass wir noch Energie hatten entschieden sich Sebastian und ich noch den Umweg zum Gibidum-Klettersteig zu gehen um diesen in den Abstieg mit einzubauen. Daher verabschieden wir uns von Sabine und Christian, die wieder die Seilbahn von der Belalp ins Tal nehmen wollten.
Steil ging es hinunter bis wir schließlich den Stausee erreichten. Dort erfuhren wir durch ein Hinweisschild, dass am Steig eine Einbahnregelung im Uhrzeigersinn bestand, wodurch wir auf der schwierigeren Seite des Sees klettern mussten. Wir überlegten kurz ob wir noch einmal unser Kletterequipment auspacken sollten um uns über den Klettersteig zu sichern, entschieden uns dann jedoch dagegen. Der Klettersteig verläuft immer auf der selben Höhe ca 50-100m über dem Stausee und hat eine Schwirigkeit von B/C. Allerdings waren einige Harige Stellen dabei, da der Klettersteig teilweise überhängend nur auf Stahlstiften eine ca 50m lange Wand traversierte.
Schneller waren wir allerdings auf jeden Fall. Nach dem Ende des Klettersteigs kommt man über die Staumauer zu einem Turm an dessen oberem Ende sich die Zufahrtsstraße befand. Diese folgten wir und über einen "Märchenwald" kamen wir schließlich wieder nach Blatten. als wir beim Auto ankamen, trafen wir wieder auf Christian und Sabine, die bereits abfahrfertig waren.








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